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Hier ein Versuch der Beschreibung von Arten
innerhalb der Helleborus
Wie unschwer zu erkennen, bin ich kein
Botaniker, sondern ausschließlich Liebhaber dieser
Pflanzen und kann somit keinerlei Garantie für die Angaben
übernehmen, die allenfalls zur groben Orientierung dienen.
Bilder werden - sobald vorhanden - ergänzt.
Verschiedene Arten hybridisieren leicht,
können artrein nur selten in Gärtnereien bezogen
werden und werden eher von leidenschaftlichen Sammlern
kultiviert.
Sie unterscheiden sich zu der Helleborus
orientalisx hybridus, die üblicherweise als Gartenpflanze
zu beziehen ist, vor allem durch ihre Größen.
Die wilden Helleborus sind oftmals
zarter im Habitus und kleiner in der Wuchshöhe bis auf
einige Exemplare
wie z.B. H. cyclophyllus oder H. odorus
und andere.
Andere wiederum verlieren ihr Laub
früh ( bereits im Sommer ), wieder andere treiben
später oder sind für den Gartenliebhaber zu
aufwändig in ihren Ansprüchen an Boden, Klima und
Standort.
Für züchterische Ambitionen sind
sie jedoch unverzichtbar aufgrund ihrer Farben und reinen
Blütenformen,
wobei stets auch die jeweilige
Winterhärte in unseren Breiten beachtet werden
muß.
Gekennzeichnete Arten ( Versalien ) sind
hier in den Schaubeeten und wachsen vorort
unproblematisch.
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wohl die meist verbreitete Art der
Helleborus. Ursprüngliche Herkunft: südöstlicher
Kaukasus, Türkei, Schwarzes Meer. Farben sind
weiß, creme, pink, gepunktet oder rein gespoottete
Arten ( Ukraine ) = H. orientalis ssp. guttatus. In der Heimat
der H. orientalis blühen sie den Winter durch - die
heutigen Gartenformen tun es von Zeit zu Zeit, eher seltener.
Die Hauptblüte je nach Winter findet in unseren Breiten ab
Februar bis hinein in den März/April statt. Je nach
Einkreuzung teils wintergrünes Laub, sehr robust,
außergewöhnliche Farbpalette.
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Helleborus cyclophyllus
nicht ganz unempfindliche Art, jedoch hier
winterhart, an der Unterseite des Laubes behaart, das Laub wird
oft schon Ende Oktober eingezogen. Gelbgrüne Blüte
bis cremefarben, duftend. Blütezeit: April/Mai... in
milden Wintern früher. Herkunft: Mazedonien, Griechenland,
Ex-Jugoslawien, Süd-West-Türkei.
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Helleborus viridis
Herkunft: Österreich, Italien, West-
und Mitteleuropa heimisch.mit hochstehendem Blütenstiel,
sehr viele gelbgrünliche Blüten möglich.
Steht unter Naturschutz und ist auch als Gartenform
ausdauernd. Das Laub zieht in sehr heißen, langen Sommern
bereits früher ein.
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Ein paar Gedanken zu Helleborus
Helleborusarten sind giftig wie alle
Hahnenfußgewächse!
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Die Helleborus gehören zu den Hahnenfußgewächsen
( Ranunculaceae ). Auch Rittersporn,
Akelei und Trollblume gehören zu dieser Gruppe. Die
Familie umfaßt etwa 62 Gattungen mit über 2500
Arten und ist hauptsächlich auf der nördlichen
Halbkugel weltweit vertreten. Hahnenfußgewächse sind
oft ausdauernde Pflanzen und sehr robust - wie z.B. der allen
Gartenliebhabern bekannte und von ihnen verschmähte
kriechende Hahnenfuß.
Wo diese Pflanzen wachsen, wachsen auch
Helleborus!
Die Fruchtkapseln der
Hahnenfußgewächse zeigen recht ursprüngliche
Merkmale, insbesondere die Balgfrüchte,
die Saat enthalten.
*
Bei den Helleborus gibt es eine
Besonderheit: die Blütenblätter, die als Blüten
wahrgenommen werden, sind umgewandelte Hochblätter des
Blütenstieles - bei der Helleborus in spezieller Weise
farbig. Daher sind sie lange Zeit als “Blüte” wahrnehmbar,
wenngleich sie nur eine kurze Zeit - wie bei jeder anderen
Blüte anderer Pflanzen - als Blüte
“funktionieren” - heißt:
ihrer Funktion zur Vermehrung
nachkommen können mit Stempel, Pollen
( zwittrig ) und den uns so traumhaft
erscheinenden Farben der Blüten, von denen selbst alle
Insekten hoch begeistert sind.
*
Die Befruchtung findet durch Insekten ( bereits ab der
sehr frühen Blütezeit im Januar/Februar ) und durch
den Wind statt.
Helleborus hybridisieren sehr leicht -
eine Chance neue Farben zu ziehen,
eine Not und Überraschung, wenn die
Insekten wieder einmal schneller waren!
Daher bleibt es schwierig, sogenannte und
vielgefragte Namenssorten zu züchten -
nach einigen Generationen kommen stets
hybridisierte Exemplare zum Vorschein - heißt: auch eine
durchgezüchtete Sorte vererbt nicht immer nur die gleiche
Farbe, sondern auch irgendwann wieder andere Farben, auch
abhängig von der im Umkreis stehenden Vielfalt der
Helleborus.
So bleibt eine Helleboruspflanze immer
einzigartig wie ein Fingerabdruck und ihre Nachkommen
eine wunderbare Überraschung
der Natur in ihrer noch
endlosen Vielfalt!
*
Meristemvermehrte
( im Labor in-vitro/Zellkultur
/gentechnische Beeinflussung ) Pflanzen sind öfter
infertil, großwüchsig und verlieren den
natürlichen Charakter der Pflanze
- zeigen künstlich erscheinendes Laub
und Blüten, die optisch lange haltbar sind, aber auch in
ihrer Form austauschbar erscheinen, meist jedoch den
ursprünglichen individuellen Charme einer lebendigen
Pflanze und Blüte verloren haben.
Der Sinn und Zweck soll darin bestehen,
absolut gleichwertige und gleich aussehende Pflanzen in Massen
für den Handel billigst zu produzieren,
wogegen die Lenzrosen sich bisher mit
Erfolg aufgrund ihrer eigenwilligen Vererbung zu wehren
wußten, um eben nicht zur Massenware zu verkommen.
Mit Meristemvermehrung möchte man
diese Eigenwilligkeit der Helleborus brechen und begründet
die Massenproduktion damit, “Krankheiten”
ausschließen und “sortenecht” anbieten zu
können.
Dazu wird eine nicht geringe Menge
hochgiftiger Chemie
( Natriumhypochlorid/ Quecksilberchlorid/
Nährmedium/
Pflanzenhormone )
eingesetzt, um austauschbare Pflanzen
herzustellen.
Hier scheiden sich also die Geister
zwischen
Individualität
und Massenware:
m. E.
nichts für leidenschaftliche Sammler
und Naturliebhaber, denen mitunter nicht unbedingt daran liegt,
einen Klon der Pflanze aus Nachbars Garten
zu besitzen und zu kultivieren !
*
Die Helleborus lebt unbestritten von ihrer
ausgeprägten Individualität - sowohl bei den Wildpflanzen wie auch bei
den Gartenhybriden!
Das ist einer ihrer wertvollsten
Charakterzüge, den wir schätzen sollten mit ein wenig
Achtung vor ihrer Natur!
Lassen wir sie nicht verkommen zu der
Massenware “Orchidee”, die vielfach nach der
Blüte gedankenlos entsorgt wird, da eine neue
blühende tausendfach und billigst zu jeder Jahreszeit zu
erwerben ist.
Bewahren wir uns die Vorfreude und
Freude bei Überraschungen -
die ist unersetzlich und ein kostenloses
Geschenk!
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Helleborus odorus
beheimatet in Slowenien, Ungarn, Balkan
und Rumänien. Dunkelgrüne Blätter, Blüten
schalenförmig grün bis gelbgrün. Oft schon im
Februar blühend, manchmal duftend
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Helleborus versicarius
beheimatet in der Türkei/Syrien.
Nicht winterhart. Blüten grünlich, am Rand
rötlich bis bräunlich. Nicht geeignet als
Gartenpflanze. Eher Gewächshauskultur, jedoch sehr
schöne Pflanze.
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Helleborus multifidus
Heimat: Italien, Rumänien,
Ex-Jugoslawien., sehr variable Art mit vielspaltigen
Blättern, die nicht überwintern.Die Blüten sind
etwas unscheinbar grünlich, außen etwas ins lila
gehend - das Blatt sehr eindrucksvoll, palmenartig. Im
April/Mai blühend, in milden Wintern früher. Etwas
Winterschutz in harten Winter kann nötig sein.. Es werden
vier weitere Subspecies beschrieben: multifidus ssp.multifidus,
ssp. bocconei ( Italien/Istrien ), ssp. istriacus ( Istrien und
Slowenien ), ssp. herzegovinus ( Bosnien, Albanien ).
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Helleborus dumetorum
Beheimatet in Istrien, Ungarn, Kroatien,
Slowenien., eine interessante Art, die im Winter das Laub
einzieht, jedoch früh austreibt... das Laub kann sogar
bereits die Blüte in der Höhe übertreffen. Die
Blüten sind kleiner und grünlich, eher
unauffällig und schwerer differenzierbar von anderen
Arten.
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Helleborus atrorubens
beheimatet Balkan und Ex-Jugoslawien,
Ungarn, Rumänien. Hier blühend bereits Ende November,
Anfang Dezember. Ähnelt H.dumetorum. Blüten purpur,
nach innen grünlich, mancherorts bereits im
November/Dezember bühend.
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Helleborus purpurascens
Herkunft: Rumänien, Ungarn, Polen,
Teschechoslowakei, Ukraine. Zieht die Blätter ein.
Teilweise ist die Unterseite der Blätter behaart. Die
Blüten sind klein, allerdings ausdrucksvoll in purpur,
grün bis braun je nach Herkunft der Wildarten.
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Helleborus torquatus
beheimatet in Ex-Jugoslawien. Sehr
variable Blütenfarben und -formen. Kleinere
auffällige Blüten z.T. violett, teilweise
grünlich sowie gepunktet und auch geadert. Teils
halbgefüllt oder gefüllt und einfach. Eine sehr
schöne Pflanze und durchaus als Gartenpflanze
empfehlenswert. Winterhart.
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Helleborus niger
allen bekannte Christrose, die zu
Weihnachten blühen sollte. Natürliches
Verbreitunsgebiet sind die Alpen.Es gibt viele, mittlerweile
robuste Gartensorten, auch meristemvermehrt und infertil, die
sich in den Gartencentern “niger” nennen.
Bodenverhältnisse beachten! Blüte zu Weihnachten nur
selten am hiesigen Standort, meist später,
schneckenempfindlich.
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Helleborus foetidus
Herkunft: West-,Zentral- und
Südeuropa, verbreitet. Stammbildende Art, sehr früh
und sicher blühend im Februar, oft früher. Kleine
grüne Glöckchen, eventuell je nach Gartensorte rot
gerandet. Laubfarben vielseitig über dunkelgrün,
blaulaubig bis gelblaubig ( die Zuchtarten ). Winterhart. Sehr
auffällig blühend noch vor der
Schneeglöckchenblüte mit grünen, rötlich
gerandeten hängen Blütenglöckchen. Samt sich
ergiebig aus sortenecht.
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Helleborus thibetanus
Herkunft: komplett isoliert von den
anderes Spezies wachsend in China. Sehr hübsche
weiße und rosa zerzauste Blüten ( flattrig ).
Bemerkenswerte Staude, nicht überall winterhart.
Schutzbedürftig. Bodenverhältnisse beachten! Nicht
ganz einfach zu halten hier im Norden.
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Helleborus croaticus
Herkunft: Nordostkroatien sehr wenige.
Eine Mischung zw. H.atrorubens und H.torquatus. Diese Art gibt
es kaum sortenrein zu erwerben, da oft Mischforme
existieren.Junge Blätter sind behaart an der Unterseite.
Blüten schwach rötlich grün.
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Helleborus argutifolius
Herkunft: Korsika und Sardinien.
Stammbildende Art ( nahe verwandt mit H.lividus ) mit sehr
schönem, wintergrünen Laub, gezackte Ränder.
Etwas frostempfindlich, leinte Winterabdeckung möglich.
Blüten hell grün, sehr beeindruckende große
Pflanze, für Trockengestecke sind die Blüten sehr
dekorativ zu verwenden. Samt sich ergiebig aus.
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Helleborus lividus
Herkunft: Korsika und Sardinien.
Stammbildende Art ( nahe verwandt mit H.lividus ) mit sehr
schönem, wintergrünen Laub, gezackte Ränder.
Etwas frostempfindlich, leichte Winterabdeckung nötig.
Blüten hell grün, sehr beeindruckende große
Pflanze, für Trockengestecke sind die Blüten sehr
dekorativ zu verwenden. Eine Art, die Helen Ballard vielfach
für ihre Züchtungen einkreuzte. Daher sind
Ballard-Pflanzen ( die Originale, die es nur noch selten gibt )
zumindest hier im Norden frostempfindlicher als andere.
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Helleborus liguricus
Herkunft: Norditalien. Große
weißliich-grüne Blüten, auffällig. Noch
unbekannt, ob ausreichend frosthart.
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Helleborus abruzzicus
Herkunft: Zentralitalien. Das Laub ist
sehr fein, das Blatt vielfach geteilt. Die Blüten sind
eher grünweiß, teils grünlich und selten auch
gefüllt bzw. halbgefüllt. Die Pflanzen sollen
winterhart sein, gibt es jedoch noch selten.
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Helleborus bocconei
Herkunft: Italien, Sizilien. Das Laub ist
immergrün, die Blüten weißlich grün.
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Helleborus hercegovinus
Herkunft: Montenegro und Bosnien. Das Laub
ist sehr fein gefiedert, das Blatt vielfach geteilt. Die
Blüten sind eher grünweiß, teils grünlich
und auch gelb grünlich. Die Pflanzen sollen winterhart
sein, gibt es jedoch noch selten.
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Helleborus lassen sich auch vegetativ teilen - die Pflanze duldet es und überlebt im
besten Falle,
die Teilungsklone blühen jedoch u.U.
die nächsten zwei Jahre nicht mehr.
Es ist ein größerer Eingriff im
Wurzelbereich und in die Gesundheit der Pflanze.
*
Helleborus haben ein sehr kräftiges Wurzelwerk, das
leicht bei entsprechenden Bodenverhältnissen 50 cm tief
gehen kann.
Ich schätze diese Eigenart als
großen Vorteil - erspart sie mir in heißen Sommern
das Gießen und schützt die Pflanzen auch vor dem
Erfrieren bei sehr niedrigen Temperaturen im Winter!
Helleborus wachsen hier frei ausgepflanzt
und können sich im nährstoffreichen Lehmboden
großartig entfalten - im Gegensatz zur Topfkultur.
Oft erlebte ich bei Zukauf völlig
verwurzelte Exemplare in Töpfen, die kaum noch Erde
enthielten
und demzufolge sich erst sehr verlangsamt
einlebten und akklimatisierten, oft auch mit Ausfällen
verbunden.
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Pflanzt man hingegen junge Pflanzen unter
Hecken oder Bäume, leben sie sich schnell ein und bilden
keinen Konkurrenzfaktor.
Hier jedoch wachsen die meisten Pflanzen
voll- bis halbsonnig und gedeihen ohne Einschränkungen.
Nach meiner Erfahrung sind Helleborus zwar geeignet für
schattige Plätze, jedoch nicht prädestiniert.
Sie wachsen in voller Sonne ebenso
prächtig wie im Halbschatten, wenn sie dort keine
“nassen Füße” bekommen
und der Wasserabzug gesichert ist.. Wasser zur
falschen Zeit nehmen diese Pflanzen übel.
*
Eine Pflanze für den
“faulen” Gärtner, die ihn in jedem Fall
überraschen, überzeugen und erfreuen wird
durch ihre Langlebigkeit,
Blütenpracht und Robustheit!
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